Eine Brücke verbindet Schwann und Dennach im gemeinsamen Jubiläumsjahr

Bürgermeister der Nachbargemeinden Straubenhardt und Neuenbürg übergeben die Schwabentorbrücke der Öffentlichkeit

„Schwabentor“ Heimat- und Geschichtsverein Dennach und Schwarzwaldverein Straubenhardt arbeiten vorbildlich zusammen

Der Wanderweg zwischen der Schwanner Warte und dem Neuenbürger Höhenstadtteil Dennach ist an der wichtigsten Stelle wieder gefahrlos begehbar. Der Übergang über den Rotenbach war rechtzeitig zu der 650-Jahrfeier von Schwann fertig geworden.

Mit einer symbolischen Aktion hatten die Bürgermeister der beiden Nachbargemeinden Straubenhardt und Neuenbürg, Helge Viehweg und Horst Martin, die letzten Schrauben zur Befestigung der Namenstafel eigenhändig eingedreht.

Bild: Armin Großmüller, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Dennach, Bürgermeister Helge Viehweg und Bürgermeister Horst Martin am 21.06.2018 (von links).

Diese symbolische Handlung wiederholte sich damit 22 Jahre nach der Einweihung der ursprünglichen Brücke über den Rotenbach. Es waren die damaligen Amtsinhaber, Willi Rutschmann und Theo Schaubel, die am 1. Mai 1996 auf dem Holzsteg die beiden namensgebenden Dielen befestigten.
Über die Jahre war das hölzerne Tragwerk mehrfach ausgebessert worden, das feuchte Milieu setzte dem Material naturgemäß stark zu. Bis zum Durchbruch einzelner Holzdielen war es schon gekommen, als sich beinahe zeitgleich und zuerst unabhängig voneinander der Schwarzwaldverein Straubenhardt und der Heimat- und Geschichtsverein Dennach zur Komplettsanierung entschlossen hatten. Es war Bürgermeister Horst Martin, der bei einer abendlichen Radtour die ersten Arbeiten beobachten konnte und den Anstoß zur Koordination der beiden Vereine gab.

Bei mehreren Arbeitseinsätzen legten die Helfer der Vereine die neuen Tragbalken sowie massive Douglasienbretter über den Flusslauf, bevor ein einseitiges Geländer die Konstruktion komplettierte.

Bild: Manfred Frey, Uwe Keller, Siegfried Jilg, Alexander Heck, Rainer Schäfer, Markus Jäck und Ellen Schäfer beim Arbeitseinsatz am 04.06.2018 (von links)
Den Härtetest bestand die Brücke schon vor der offiziellen Eröffnung. Bei der 24-Stunden-Wanderung des Schwarzwaldvereins Straubenhardt überquerten weit über 200 Läufer mit Gepäck das Bauwerk. Die „Nagelprobe“ war bestanden.

Bei der Einweihung betonten die Bürgermeister jeweils das verbindende Element, für das eine Brücke immer steht, zumal der Wegeverlauf auch über die Gemarkungsgrenzen führt. Lobend erwähnt wurde das vorbildliche ehrenamtliche Arbeiten über Vereins- und Gemeindegrenzen hinweg. Mit einigen Gläsern „Straubenhardt Secco“ für alle Teilnehmer wurde die Übergabe dann formal vollzogen.

Bild: Einige Bauhelfer, Vereinsvertreter und die beiden Bürgermeister prüfen die Tragfähigkeit der Brücke bei der Einweihung am 21.06.2018

Der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins Dennach, Armin Großmüller, präsentierte bei der „Brückentaufe“ unter anderem die Presseberichte der ersten Einweihung mit den Fotos der damaligen Zeremonie. Eine kurze Chronologie zur Brückengeschichte wurde mit dem Dank an die beiden Gemeindeoberhäupter verbunden, hatten sich doch die beiden Bürgermeister schnell und unbürokratisch zur Übernahme der Materialkosten bereit erklärt.

Zum Schluss brachte der HGV–Vorsitzende seine Hoffnung zum Ausdruck, dass möglichst wieder 20 oder mehr Jahre bis zu einer Erneuerung vergehen mögen. Mit einem Augenzwinkern konnte der Straubenhardter Rathauschef Helge Viehweg aber gleich versichern, dass dann auch ihre Nachfolger in den Ämtern ganz sicher wieder die letzten Schrauben eindrehen werden.

Bilder: Armin Großmüller und Gemeinde Straubenhardt

Lebendige Geschichte im Doppeljubiläumsjahr

In einem Jahr, in dem der Verein 25 –jähriges Bestehen begeht und außerdem die Gemeinde Dennach ihr 650-jähriges Jubiläum, kann es nur ein Motto zur Jahreshauptversammlung geben:  eben diese beiden Zahlen nämlich. Und so eröffnete der Vorsitzende Armin Großmüller die diesjährige Versammlung mit der entsprechenden Botschaft in Farbe auf der Großbildleinwand, siehe Grafik.

 

Mit 25 Jahren ist der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) noch einer der jüngeren Vereine im Neuenbürger Ortsteil Dennach. Die Gründer hatten sicherlich nicht dieses Doppeljubiläum im Jahr 2018 im Sinn bei der Gründungsversammlung.  Vielmehr war der Wunsch nach einem festen Organisationsrahmen der damals noch ganz jungen „Dennicher Zapfa“, also der Keimzelle der Dennacher Kinderfastnacht,  einer der Initialzünder für die Vereinsgründung am 23. Mai 1993. 

Die Erinnerung an die frühen Jahre  waren der Auftakt bei der diesjährigen Generalversammlung.  Der erste Vorsitzende Großmüller beschrieb in seinem Tätigkeitsbericht, was den Verein im Ganzen im Berichtsjahr 2017 bewegt hatte.  Aus den 32 Personen bei der Vereinsgründung hat sich der Mitgliederstand im letzten Jahr bei 146 Personen eingependelt. Erfreulich ist aus seiner Sicht, dass der Altersschnitt aller Mitglieder sich nicht nur stabilisiert, sondern im letzten Jahr nach unten entwickelt hat und nun bei 53 Jahren liegt. Die Materie „Heimat“ und „Geschichte“ sei auch unter jüngeren Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht so unattraktiv, wie oft angenommen werde. Die Wirkungskreise des HGV gehen aber auch über die Grenzen des Dorfes hinaus,  ganz im Sinne der Ortschronik „Ein Dorf ist keine Insel“.  Gemeinsame Aktionen mit dem Kreisgeschichtsverein Calw oder auch mit der Schutzgemeinschaft Eyachtal sind Belege dafür.

Mit den Berichten zu den Arbeitsgruppen wurden die vielfältigen Aktivitäten des letzten Jahres aufgezeigt. Die Veranstaltungen zur Geschichte reihte die zweite Vorsitzende Annett Heck in einer ausführlichen Bild- und Tondokumentation aneinander. Von der Teilnahme der „Dennicher Zapfa“ beim Kinderfaschingsumzug in Dennach am Jahresanfang bis zum vorweihnachtlichen Nachmittag mit Tannenbaumverkauf spannte sie einen großen Bogen über das Jahresgeschehen auf diesem Gebiet. Die Berichterstattung zur Naturpflege übernahm wie im Vorjahr Schriftführer Siegfried Jilg. Mit dem Kapitel „Turm“ (Berichterstatter Großmüller) war der Reigen der Tätigkeitsberichte am Ende.  Es folgten die Zahlen, Daten, Fakten des Schriftführers Siegfried Jilg und im Anschluß gleich der Kassenbericht der Schatzmeisterin Gudrun Welsch-Großmüller.

Der Empfehlung der Kassenprüfer folgend konnte Ortsvorsteher Alexander Pfeiffer schließlich die Entlastung des gsamten Vorstandes vorschlagen, welche von der Versammlung auch einstimmig getragen wurde.  In den folgenden Wahlgängen wurde der Beisitzer Eric Wüllner und beide Kassenprüfer Beate Bolz und Thomas Reimann ebenfalls einstimmig in den Ämtern bestätigt. 

Mit diesem Votum ausgestattet  lenkte der Vereinsvorstand  dann unter „Ausblick“ die Aufmerksamkeit auf das bereits laufende Jubiläumsjahr. Mit den Kräften aller Dennacher Vereine, dem Ortschaftsrat,  der Feuerwehr und vieler privater Beiträge soll das bestehende Veranstaltungsprogramm  „650 Jahre Dennach“ zum Erfolg geführt werden.  Eine Exkursion nach Rottweil ist für den 1. Juli 2018 geplant, Anmeldungen dazu werden noch angenommen. Bei dieser Tour ist eine Führung durch die Altstadt und eine Besichtigung des spektakulären Thyssen – Testturmes eingeschlossen. Informationen dazu und zu weiteren Veranstaltungen gibt es bei allen Vorstandsmitgliedern und auf dieser Internetseite.

Und wie kommt der Turm jetzt auf den Teller?

Der besondere Gruß aus der Küche war zu der 25. Generalversammlung eine gelungene Komposition aus dreierlei Zutaten garniert mit einer Dennacher Fleischkäse-Turm-Silhouette.

Der „HGV – Teller“ wurde gerne und bis zum Ende ausgekostet und er trug den Inhalt auch im Namen:  die Zutaten waren auf gut schwäbisch und etwas schräg abgekürzt bestehend aus H = Herrgottsbscheißerle, G =Grumbierasalad und V = Vlaischkiechla.

Der Name war an diesem Abend in aller Munde.

Der HGV zeigt „Lebendige Geschichte“ in einer Dia-Rückschau des Vereinslebens im Dorf

Am Ende war der Vortragende und Eigentümer der meisten gezeigten Fotos aus den 60-er bis 90-er Jahren selber überrascht ob der großen Resonanz. Nach gut 2 Stunden Diaschau mit Bildern aus 40 Jahren Vereinsleben in Dennach konnte Helmuth Welsch als langjähriges Ehrenmitglied in mehreren Vereinen nur noch erschöpft, aber zufrieden mit einer Fortsetzung „drohen“. Es befinden sich noch viele ungesehene Zeitdokumente in seiner und weiterer Mitbürger Abstellkammern. Diesen Schatz zu heben und in ähnlichem Rahmen wieder einmal zu zeigen wäre die Mühe wert.

Aber der Reihe nach:  In einem prall gefüllten Gemeindesaal im Schulhaus in Dennach begrüßte der HGV – Vorsitzende Armin Großmüller am Sonntagnachmittag  etwa 70 interessierte Besucher zu dem Lichtbildvortrag „Dennacher Vereinsgeschichten“.  Nicht nur aus dem eigenen Ort, sondern ebenso aus den Nachbargemeinden Dobel und Straubenhardt fanden Zuschauer den Weg zu der Veranstaltung.  Sogar aus Ludwigsburg reisten mit Christa und Herbert Enke ein Paar in ihre frühere Heimatgemeinde an.   Im Saal versammelt waren zusammengezählt deutlich über 3000 Jahre Lebenserfahrung, was dem Titel der Vortragsreihe „Lebendige Geschichte“  seine Bedeutung verlieh.  Viele Teilnehmer im Publikum mussten sich mit ihrem eigenen Erscheinungsbild in früheren Jahren konfrontieren lassen, weshalb der HGV – Vorsitzende am Anfang mit einem Augenzwinkern etwaige Ansprüche aus gesundheitlichen Schäden wegen Lachkrämpfen oder Heulattacken ablehnen musste.

Die Parade der Erinnerungen wurde jeweils eingeleitet durch einen kurzen Abriss zur Vereinsgeschichte, den Gudrun Welsch-Großmüller zusammengetragen hatte.  In Abschnitten zusammengefasst wurden dann Dias aufgelegt beginnend mit dem Musikverein, gefolgt von Aufnahmen aus den frühen Jahren der legendären Dennacher Märchenbeleuchtung. Nach einer kurzen Pause ging der Bilderreigen weiter zum Gesangverein,  und die Lichtbilder aus einer vergangenen Ära des Turn- und Sportvereins ließen viele Erinnerungen aus dieser Zeit wieder aufleuchten. Den Schlussakkord setzten dann einige wenige Bilder aus dem allgemeinen Dorfgeschehen der 80-er Jahre, wie zum Beispiel die Passage der „Tour de France“ durch Dennach im Jahr 1987, als die  Augen der gesamten Radsportwelt für einige Momente auf das kleine Höhendorf  gerichtet waren.

Viele eigene Erinnerungen und Anmerkungen zu den gezeigten Zeitzeugnissen wurden aufgerufen, bis schließlich nach dem letzten Bild die Saalbeleuchtung wieder alle in die Gegenwart zurückholte.

Kaum jemand konnte sich dem Reiz des Vergangenen entziehen:  vom Dennacher Ortsvorsteher Alexander Pfeiffer, der sich die Vorführung trotz seiner Mehrfachbelastung am diesjährigen Volkstrauertag  nicht entgehen ließ, bis hin zum altgedienten Vorsitzenden des TSV Dennach, Alfred Gerwig.  Von ihm ging auch in einer spontanen Wortmeldung am Ende ein besonderer Dank an die Organisatoren, allen voran an den 85-jährigen Hauptakteur der Dia-Rückschau Helmuth Welsch: „In unserer schnelllebigen Zeit ist es eine Wohltat, kurz innezuhalten und ein Stück Vergangenheit Revue passieren zu lassen“,  so Gerwig in seinem Schlusswort.  So sahen es wohl viele der Anwesenden, die die letzten Ausführungen von Helmuth Welsch und Gudrun Welsch-Großmüller mit langanhaltendem Applaus belohnten.

Text: Armin Großmüller

Fotos: Armin Großmüller und Susan Reimann

Warum Burg Strubenhart und nicht Burg Straubenhardt?

In allen bekannten Schriftstücken des Geschlechts wird von Strubenhartern gesprochen. – Das die Gegend beherrschende Geschlecht derer von Strubenhart wird erstmals 1090 erwähnt. Nicht zu unrecht geht Professor Hannsmartin Decker-Hauff davon aus, dass die Burg um 1060 erbaut wurde und man sich danach nannte. Dieses zuerst hochadlige Geschlecht stirbt mit Hans von Strubenhart in der männlichen Linie 1442 aus. Seine Tochter Genoveva (1) war mit Jörg von Ow verheiratet.

Aus dieser Verbindung gingen zwei Kinder hervor: Genoveva (2) und Jakob von Ow. Wir begegnen Jakob von Ow als einem der Verwalter im späteren „Schwanner Ampt“, der noch jung, kinderlos im Jahre 1474 verstarb. Seine Schwester Genoveva heiratete Fritz Schenner aus Nagold, nach dessen Tode vermählte sich mit ihrem Schwager Jakob Schenner. Beide Ehemänner entstammten einem größeren Geschlecht von Färbern aus Nagold.

Aus der zweiten Ehe gingen auch wieder zwei Kinder hervor: Genoveva (3), sie nahm den Schleier und wurde Nonne im Kloster Reuthin und Veith Schenner, der sich als Kriegsmann beim Grafen von Württemberg große Verdienste erwarb, wurde 1488 Ritter und nahm seinen Sitz in Schwann, wurde zum Junker ernannt und durfte sich Wappen und Namen wählen. Der er über seine Mutter große Teile aus der Erbmasse des Hans von Strubenhart erhalten hatte – der alte Name hatte noch immer einen guten Klang -, wählte er in Anlehnung daran den Namen

Schenner, – auch Schöner – von Straubenhardt

Somit hat die Burg einen anderen Namen als die heutige Gemeinde Strauenhardt.

Text: HGV, vermutlich Hans Geiler, inhaltliche Korrekturen Thomas Reimann

Hans von Strubenhart


Schöner von Straubenhardt

Gemeinde Straubenhardt

Wappen: gemeinfrei  (public domain)

Zapfa

Die Wurzel der organisierten fastnachtlichen Veranstaltungen in Dennach geht auf das Jahr 1985 zurück. Damals kam es zum ersten spontanen „Fastnachtsumzug“ als Gabi Rothfuß mit den Kindern des damaligen Sing- und Spielkreises auf einem Traktoranhänger zur Fastnachtszeit nach der Singstunde durch den Ort fuhr.

In den Folgejahren wuchs das kleine Pflänzchen Fastnacht angetrieben vom „fastnachtlichen Urgestirn“ Gert Heine und unter der Schirmherrschaft des Gesangvereines „Edelweiß“ Dennach unaufhörlich weiter. Im Herbst 1990 beschlossen die damaligen Organisatoren Gert Heine, Gabi Rothfuß, Armin und Cornelia Burger, Marie-Luise Ganser und Silke Aldinger, die Fastnacht eigenständiger zu präsentieren. Der Name „Dennicher Zapfa“ wurde geboren.

1992 fand der Umzug erstmals in der neugebauten Dennacher Schwabentorhalle mit einem lustigen Treiben seinen Abschluss.

Durch die Erfolge ermutigt, beschloss man, den Kinderfasching eigenständig zu gestalten. Am 27. April 1993 fand im Sportheim des TSV Dennach eine Versammlung Fastnachtsinteressierter mit dem Ziel einer Vereinsgründung statt. Nach langer Diskussion einigte man sich darauf, einen Verein mit etwas allgemeinerem Hintergrund (Brauchtumspflege und mehr) anzustreben, da Fastnacht als zu einseitig angesehen wurde. Man nahm diesbezüglich mit dem Ortschronisten Hans Geiler Rücksprache. Die Zusammenarbeit entwickelte sich dann schneller, als wohl beide Seiten erwartet hatten.

Am 30.4./1.5.1993 fand dann das erste Turmfest, vom Gesangverein veranstaltet, unterhalb des Fundamentes des ehemaligen Aussichtsturmes statt. Hans Geiler nutzte die Gelegenheit zur Übergabe einer Entfernungs— und Richtungstafel für Wanderer auf dem alten Turmfundament. Während des Festes führte man unter den Besuchern eine Unterschriftenaktion zur Wiedererrichtung des Aussichtsturmes durch Der überragende Erfolg dieser Unterschriftenaktion bewog Hans Geiler und Gert Heine zusammen mit weiteren Mitstreitern die Gründung eines Heimatvereines in die Wege zu leiten. Die „Dennicher Zapfa“ waren bereit, sich als Untergruppe dem Verein anzuschließen.

Am 22. Mai 1993 waren die Zapfen am Ziel ihrer Wünsche. Mit der Gründung des Heimat- und Geschichtsvereins ”Schwabentor“ hatte man ein Dach gefunden, unter dem die fastnachtliche Brauchtumspflege gut und passend aufgehoben war.

In den Folgejahren wurde die Ausrichtung der Fastnacht in schwäbisch alemannische Richtung vorangetrieben. Zapfenkostüme für Kinder wurden geschneidert. Nach der Idee von Armin Burger und ausgeführt von Cornelia Burger entstanden die ersten Kostüme zum Umzug 1994.

1996 hatten die Fasnachter einen herben Verlust zu tragen, Gert Heine wollte in Zukunft aus Altersgründen etwas kurzer treten und nicht mehr bei der Umzugsorganisation mitwirken.

In der Wurm des 97-er Umzugs war dann auch der Wurm drin. Der Andrang an Helfern war zu „groß“, dass man alle Aktivitäten für 1997 absagte.

Ab 1998 übernahmen die „Stammtischstrategen“ unter der Leitung von Gert Heine die Organisation der
Kinderfastnacht, jetzt unter dem Dach des „TSV 1900 – Demnach“.

Heute nehmen wir noch regelmäßig mit einer Delegation von „Zapfa“ an dem Kinderfaschingsumzug teil.

Text: HGV, vermutlich Hans Geiler, leichte Aktualisierung Thomas Reimann

Lebendige Geschichte – Dennacher Vereinsleben in den 70-er und 80-er Jahren

Mit Dias und Details aus bisher unveröffentlichen Quellen,  aus der privaten Sammlung von Helmuth Welsch

Am Sonntag, den 19. November 2017  nachmittags ab 15 Uhr im Schulhaus in Dennach.

In der Veranstaltungsreihe „Lebendige Geschichte“  präsentiert der „Schwabentor“  Heimat- und Geschichtsverein Dennach e.V.  eine Auswahl von Bildern und Dias aus der Privatsammlung von Helmuth Welsch.  Zum großen Teil bisher unveröffentlichte Dias zeigen Ausschnitte aus den bewegten Zeiten zwischen ca. 1970 und 1989.

Als Zeitzeuge und oftmals auch Organisator von Vereinsausfahrten war Helmuth Welsch mitten im Geschehen und kann aus dem Vollen seiner Erinnerung schöpfen.  Die Besucher dieser Veranstaltung können gerne ihre eigenen Erinnerungen beisteuern – ergänzen, ausschmücken oder widersprechen ist ausdrücklich erwünscht.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich,  für ein Angebot an Kaffee, Kuchen und Erfrischungsgetränken sorgt der HGV Dennach.

Weitere Informationen dazu geben alle Vorstandsmitglieder oder sind unter Telefon 07082-7390 (abends)  möglich.

Die Würfel sind gefallen

Neuenbürg-Dennach. Das Interesse beim 13. Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier des Dennacher Heimat- und Geschichtsverein Schwabentor (HGV) war nach Aussage vom HGV-Vorsitzenden Armin Großmüller, nicht ganz so groß wie in den Jahren zuvor. Dazu beigetragen hat auch das super lange Wochenende. Das Turnier ist inzwischen durch Mundpropaganda zu einem Selbstläufer geworden. „Trotz Nintendo, PC und IPhone hat das älteste Brettspiel nichts an Tradition verloren“, bekräftigte der HGV-Vorsitzende. Der Großteil der 40 Teilnehmer, vier mehr als im vergangenen Jahr, die sich beim über vierstündigen Turnier einbrachten, stammte aus Dennach, Straubenhardt und Remchingen. Auch aus Pforzheim war ein Paar angereist. Entgegen der Aussage von Bürgermeister Daniel Töpfer aus der Porsche-Gemeinde Weissach, der bei einer Jugendhaus-Eröffnung in Weissach neulich zum Ausdruck brachte, „dass man mit Mensch-ärgere-dich-nicht die Jugend nicht mehr hinter dem Ofen hervor holt“, bewies der HGV das Gegenteil. Dennach liegt sogar voll im Trend, denn Offline-Spiele mit Figuren am Tisch sind wieder angesagt. Großmüller ergänzte, „dass Brettspiele nicht nur Generationen übergreifend sind, sondern auch wieder populär“. So war es auch nicht verwunderlich, dass das Generationenteilnehmerfeld vom neunjährigen Martin Mai aus Nöttingen bis hin zum 85-jährigen Dennacher Helmuth Welsch bunt gemischt war. Auch ganze Familien mit mehreren Familienmitgliedern waren an den Spielfeldern anzutreffen. Auch in diesem Jahr war nach Aussage des HGV-Vorsitzenden auffällig, dass mehr Frauen als Männer sich an Spielbrettern einfanden. Großmüller ließ allerdings offen, ob die Frauen beim Spiel ein besseres Händchen haben oder es nur an den besseren Nerven liegt, denn die Namen der Gewinner auf dem Wanderpokal zieren mehr Frauen- als Männernamen. Um so erfreulicher, dass am Ende sich mit Leon Killinger ein männlicher Vertreter den Wanderpokal sicherte und das Ungleichgewicht ein wenig zu Recht rückte. Der letztjährige Wanderpokalgewinner Yannick Kull bedauerte, dass er zur Pokalverteidung nicht antreten konnte, wünschte aber per Skype aus Thailand zugeschaltet, allen Teilnehmern viel Würfelglück. Durch das Erreichen der Endrunde, hatte von allen bisherigen Pokalgewinnern nur die 13-jährige Dennacherin Lea Großmann die Chance, den Pokal zum zweiten Mal zu erringen. Alle anderen Gewinner kamen entweder nicht über die Qualifikationsrunde hinaus oder waren nicht am Start. Mit der höchst möglichen Punktezahl hat sich Horst Sebastian in den Favoritenkreis in der Quali-Runde gespielt, doch das Würfelglück verhinderte dem Neuenbürger knapp den Einzug in die Schlussrunde. Tapfer durchgekämpft ins Finale hatte sich neben dem Turniersieger Leon Killinger auch Monika Goll. Die Pforzheimerin brachte auf Anhieb bei ihrer Premierenteilnahme ihre Figuren als zweite ins Haus vor dem Dennacher Thomas Mast, der von den 13 Turnieren nur eines verpasste. Den vierten Platz am Finalbrett sich erwürfelt hatte Siegfried Jilg. In einer Finalrunde wurden die Plätze vier bis acht ausgespielt. Neben dem Wanderpokal und einem Besuch beim Baumwipfelpfad in Bad Wildbad erfreuten sich die weiteren Preisträger über Sachpreise, die von eine Eintrittskarte für das Figurentheater bis hin zu einem Segelfluggutschein reichten.

Foto: Die besten acht Teilnehmer spielten den Sieger um den Wanderpokal des Mensch-ärgere-dich-nicht-Turniers aus, über den sich Leon Killinger (Mitte) freute. Die Sieger wurden ausgezeichnet vom HGV-Vorsitzenden Armin Großmüller (links) und dem Spielleiter Thomas Reimann (rechts)

Gruppenfoto und Text Jürgen Keller; Beitragsbild Thomas Reimann

Auch unsere Mitglieder haben einige Fotos gefertigt, die wir Ihnen hier präsentieren:

Turmcafe 2017 in Dennach

Die Enzkreisspitze macht Dampf – oder: was so alles unter ein Dach passt !

Mit etwas Zittern begannen die Vorbereitungen zu dem diesjährigen Cafe am Turm am Sonntag, den 3. September 2017.  Zwei Gründe gab es dafür:  die herbstlich- frischen Temperaturen am Sonntagmittag und die bange Frage der Organisatoren – kommt bei dem Wetter jemand ?

Wohlweislich war als „Kaffeestube“ nur die Plattform unter dem Kegeldach der Enzkreisspitze eingerichtet. Mit Windschutz durch umgehängte Zeltplanen kam unter dem Turmhut sogar so etwas wie Hüttenatmosphäre auf.  Jedenfalls musste niemand der ca. 50 Gäste, für die unter Dach neben Kaffee und Tee, Kuchen und Knackwurst auch eine Sonderportion heißer Apfelpunsch im Angebot war, den Regenmantel umhängen. Die Verpflegung und die heimelige Nähe zum Sitznachbarn hielten die Besucher zum Verweilen an. Wer dann bis kurz vor 15 Uhr noch auf der Höhe war, wurde extra belohnt.  Die Sonne erwärmte nun auch den Festplatz, so dass gleich einige Tischgarnituren ins Freie gestellt wurden.

Und wie bestellt kamen schließlich weitere Kaffeegäste vorbei, viele blieben bis zum frühen Abend und ließen zur Freude der HGV – Gastgeber kaum noch Reste des Kuchenbüffets übrig.

Was als Wasserspiel begonnen hatte, war am Ende zur Sonnenterrasse geworden. Auf  jeden Fall mit den höchstgelegenen Sonnenbänken des Enzkreises.

Hier einige Eindrücke:

Bericht von der Maiwanderung 2017

Regenfoto am Dobelbach

Traditionell zum 01. Mai machten sich ca. 15 HGV’ler auf den Weg mit Bus und Auto nach Neusatz. Um 11:00 Uhr marschierten wir bei kaltem und regnerischem Wetter los. Abwärts ging es in Serpentinen durch den dichten Wald Richtung Bad Herrenalb. Weiter unten kamen wir zum Dobelbach, der den Fußweg parallel begleitet. Das Dobeltal ist sehr idyllisch gelegen. Nach 6 km Strecke kamen wir in Bad Herrenalb an. Vorbei am neuen Gartenschaugelände und Thermalbad gingen wir zum dortigen Bahnhof und fuhren mit dem Linienbus zurück nach Neusatz.

Anschließend kehrten wir im Cafe Schuhmacher ein, wo schon weitere 6 HGV‘ler auf uns warteten. Bei bester Verpflegung fand ein schöner Abschluss statt. Einige wanderten zurück in die Heimat Dennach. 

Text: Siegfried Jilg
Beitragsfoto: Armin Großmüller

Der Überfall in Wildbad

Ueberfall in Wildbad

Im Jahr 1367, also vor 650 Jahren, war der württembergische Graf Eberhard der II mit seiner Familie in Wildbad. Die Martinsvögel (Graf Wilhelm und Graf Wolf von Eberstein, Konrad und Johann von Schmalenstein, Huggelin von Rappoldstein, Hans von Rosenstein, die Herren von Windeck, Aberlyn Wydenbusch, Heinrich Glatze, Kunz von Winterbusch und Johann Bosensteiner) wollten den Grafen überfallen um dessen Besitzansprüche an Gebieten des Grafen von Eberstein abzuwehren.
Die Angreife hatten sich vermutlich vor dem Überfall in der Burg Straubenhardt, auf heutiger Dennacher Gemarkung, getroffen. Nach kurzem Ritt konnten sie Wildbad an der Westgrenze der württembergischen Grafschaft erreichen. Ihren Angriff hatten sie ohne vorherige Fehdeankündigung und nachts, also mit großem Überraschungseffekt geplant.
Der Graf wurde von einem Schafhirten gewarnt und konnte sich auf die Burg Zavelstein in Sicherheit bringen. Wäre der Überfall geglückt hätte dies sicherlich die Geschichte ausgehend von der heutigen Dennacher Gemarkung anders verlaufen lassen.

Am Wochenende vom 26.05.2017-28.05.2017 veranstaltet die Stadt Bad Wildbad ein Jubiläums-Wochenende und erinnert an den missglückten Überfall.

Quellen:
Der „Überfall im Wildbad“: Die historischen Fakten, https://www.bad-wildbad.de/650-jahre/ueberfall-im-wildbad-geschichte/, abgerufen am 27.05.2017
Wikipedia über die Martinsvögel, https://de.wikipedia.org/wiki/Martinsv%C3%B6gel, abgerufen am 27.05.2017
Foto: gemeinfrei https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wildbad_Relief.jpg